Im vergangenen April betrug die Mitteltemperatur in Belecke 8,6 °C und lag damit 1,6 K über dem Mittel der Referenzperiode 1961-90 und entsprach mit einer Abweichung von 0,0 K exakt dem Mittel der Vergleichsperiode 1991-2020. Zum Vergleich, der wärmste April seit 1881 war der im Jahr 2018 mit einer Abweichung von 5,4 K, der absolut Kälteste im Jahr 1917 mit einer Abweichung von -3,6 K. Aufgrund der häufigen Hochdruckwetterlagen stellte sich oftmals eine erhebliche nächtliche Inversionswetterlage ein. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Temperaturverteilung. Die höchste Monatsmitteltemperatur im Umfeld des Westertals wurde an den Stationen Warstein und Tommeshof mit 9,0 °C gemessen. Die niedrigste hingegen an der neuen Talstation Hamecke mit 7,3 °C. Selbst die Station Heidkopf auf über 550 m Höhe, in der Nähe des Plackwegs, hatte ein Monatsmittel von 7,6 °C (2,1 K).
Die Maximaltemperatur wurde meist am 17., teilweise aber auch am 9. des vergangenen Monats erreicht. In Belecke waren dies 19,7 °C und an der Station Romecke 20,8 °C. Der Monatstiefstwert wurde auch an unterschiedlichen Tagen erreicht, in Belecke waren dies -2,2 °C am 22.. Die tiefste Temperatur im Umfeld des Westertals wurde am 23. an der Station Hamecke mit -6,3 °C verzeichnet.
Aufgrund des außergewöhnlich sonnigen Aprils und den damit verbundenen sehr häufigen nächtlichen Inversionswetterlagen (Hamecke 20 Frosttage, Steinrücken 0 Frosttage), ist die räumliche Vegetationsentwicklung sehr spannend und unterschiedlich gewesen. Während in den Hochlagen der Beginn der Blattentfaltung der Buchen bereits in der ersten Monatshälfte startete, so hatte diese erst gegen Monatsende die Tallagen erreicht. Beispielhaft ist dafür das Belecker Heinrichsholz, welches sich vom höchsten Berg Beleckes, dem Butterberg, bis zum Romeckeweg in der Talniederung der Romecke erstreckt (Beleckes südlichster Punkt). Hier konnten 2 Wochen Vegetationsunterschiede beobachtet werden. Gegen Monatsende begann in den Hochlagen die Blattentfaltung der Eiche und damit der Phänologische Vollfrühling.
In Belecke summierte sich der Monatsniederschlag auf 36,6 mm, welches 56 % des Mittelwerts 1961-1990 entspricht und 70 % des Mittels 1991-2020. Langfristig ist der April der einzige Monat im Jahr, der immer trockener wird. Während im April Mittel 1931-1960 noch 72,9 mm fielen weist das aktuelle Mittel 1991-2020 nur noch 52,0 mm auf.
In der bis 1891 zurückreichenden Belecker Niederschlagshistorie reicht die Bandbreite für den April von 2,8 mm im Jahr 1893 bis 160,0 mm im Jahr 1936.
Die größte Tagesniederschlagssumme fiel in Belecke am 19. des Monats mit 15,9 mm. Die größte Monatssumme im Umfeld des Westertals fiel an der Station Romecke, mit 42,6 mm und die geringste Niederschlagssumme an der Station Warstein mit 35,3 mm.
Die Sonne schien an der Station Belecke 231,5 Stunden das entspricht rund 180 % des langjährigen Mittels. Damit war es der 5. sonnigste April seit mindestens 1892. Der sonnigste Tag des Monats, war der 30. mit 11,5 Stunden Sonnenschein.
Die größte Windgeschwindigkeit wurde am frühen Morgen des 5., an der Station Mehlhügel mit 60,8 km/h aus SSW gemessen, dass entspricht Windstärke 7 (steifer Wind).
